Ausbildung: Frühförderin / Frühförderer

Berufsbegleitende Zusatzausbildung im Bereich der frühen Bildung (Frühförderung)

In dieser Ausbildung lernen Sie, wie Sie Entwicklungsauffälligkeiten im Kindergarten- und Vorschulalter erkennen können. Ihr Ziel ist die Förderung der Vorläuferfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens, um jedem Kind einen guten Schulstart zu ermöglichen. Die Ausbildungsinhalte eignen sich für die freiberufliche Leitung von Kinderkursen und für die Anwendung in einer bestehenden oder geplanten Anstellung im pädagogischen, psychologischen, psychosozialen oder therapeutischen Umfeld.
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Termine
Ausbildungsort Ausbildungsbeginn Veranstaltungsnummer Seminartermine Dauer Status
Oberschleißheim b. München 10. März 2018 FF-509-M Terminkalender anzeigen 6 Wochenendblöcke (12 Tage) Plätze frei
Hamburg 8. September 2018 FF-510-HH Terminkalender anzeigen 6 Wochenendblöcke (12 Tage) Plätze frei

Zielgruppe

Diese berufsbegleitende Zusatzausbildung richtet sich an Fachleute aus dem pädagogischen, psychologischen, psychosozialen oder therapeutischen Bereich: Hochschulabsolventen (z.B. Psychologin, Psychologe, Dipl.-Pädagogin, Dipl.-Pädagoge, Erziehungswissenschaftler/in, Sonderpädagogin, Sonderpädagoge, Sozialpädagogin, Sozialpädagoge, Lehrer/in) sowie Interessenten mit einer Ausbildung im pädagogischen bzw. therapeutischen Bereich (z.B. Erzieher/in, Vorschulerzieher/in, Kinderpfleger/in, Heilpädagogin, Heilpädagoge, Logopäde, Logopädin, Ergotherapeut/in, Physiotherapeut/in).

Ausbildungsziele

Ziele dieser Zusatzausbildung sind der Erwerb von Kompetenzen zur Förderung der kognitiven, psychisch-emotionalen, sozialen und motorischen Entwicklung von Kindergarten- und Vorschulkindern und die Weiterentwicklung der beraterischen Fähigkeiten. Schwerpunkte liegen im Bereich der Früherkennung von Entwicklungsauffälligkeiten und der Förderung der Vorläuferfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens für einen guten Schulstart und zur Prävention von Lese-Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten. Tätigkeitsschwerpunkte von Frühförderern liegen in den Bereichen:

  • Elternberatung zu Fragen der Entwicklung und des frühen Lernens
  • Erkennen von Entwicklungsauffälligkeiten
  • Leitung von Kinderkursen zur Förderung der Sprachentwicklung und der phonologischen Bewusstheit
  • Leitung von Kinderkursen zur Förderung mathematischer Vorstellungen und Fähigkeiten
  • Leitung von Bewegungs- und Wahrnehmungskursen für Kindergarten- und Vorschulkinder
  • Erkennen und Fördern besonderer Begabungen bei Kindern

Berufsbeschreibung

Ursprünglich wurde unter Frühförderung die Arbeit mit körperlich, geistig oder seelisch entwicklungsverzögerten Kindern mit Behinderungen oder drohenden Behinderungen verstanden. Heute ist man sich darüber einig, dass eine frühe individuelle Förderung allen Kindern einen besseren Start ins Leben ermöglichen kann. Je nach Grundausbildung der Frühförderin bzw. des Frühförderers kommen dabei pädagogische, psychologische oder therapeutische Maßnahmen zur Anwendung. Frühförderer arbeiten u.a. in Beratungsstellen, Frühförderstellen, Sozialpädiatrischen Zentren, Kindergärten und freien Praxen (z.B. Ergotherapie, Heilpädagogik, Lerntherapie, Logopädie). Weitere Informationen zur Frühförderung finden Sie in der Handreichung des Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen: Erfolgreich starten! Schulfähigkeitsprofil als Brücke zwischen Kindergarten und Grundschule (PDF).

Perspektiven

Die Ausbildungsinhalte eignen sich für die Leitung von Kinderkursen und für die Anwendung in einer bestehenden oder geplanten Anstellung im pädagogischen, psychologischen, psychosozialen oder therapeutischen Umfeld. Unsere Absolventinnen und Absolventen arbeiten u.a.:

  • als Erzieherin, Kinderpflegerin oder Heilerziehungspflegerin in einem integrativen Kindergarten
  • in der Vorbereitung von Kindergartenkindern auf die Schule in einer der Grundschule angegliederten Institution
  • als Förderschullehrer/in in der Eingangsstufe
  • als Heilpädagogin in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • als mit Entwicklungsdiagnostik und -förderung betraute Ergotherapeutin
  • als auf Frühförderung spezialisierte Dipl.-Rehabilitationspädagogin
  • freiberuflich im Bereich der Leitung von Kinderkursen auf Grundlage der in dieser Ausbildung vorgestellten Konzepte
  • in der Leitung einer eigenen Nachhilfe- und Fördereinrichtung

Ablauf und Umfang der Ausbildung

Der Gesamtumfang der berufsbegleitenden Ausbildung beträgt rund 380 Zeitstunden und ist in Präsenz- und Selbststudium unterteilt. Das Präsenzstudium findet an sechs Intensivwochenenden (insgesamt 12 Seminartage jeweils Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr und Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr) statt. Die Zusatzausbildung "Frühförderin/Frühförderer" ist kein Fernstudium.

Zwischen den Seminaren treffen sich die Teilnehmer/innen in selbst organisierten Intervisionsgruppen. Diese freiwillige Intervision dient der gemeinsamen Vertiefung von Seminarinhalten, dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Hilfestellung.


Präsenzstudium Zeitstunden
6 Blockseminare (12 Seminartage) 96
Intervision (freiwillig und selbst organisiert) 34
Gesamt 130

Selbststudium Zeitstunden (Mindestaufwand) Nachweis
Studium von Fachliteratur 150 nein
Abschlussarbeit (keine Abgabefrist) 100 min. 15 Seiten
Gesamt 380  

Ausbildungsinhalte
Seminar Inhalte
Gesprächsführung und Elternarbeit Zusammenarbeit mit den Eltern • Grundregeln der Gesprächsführung und Beratung (klientenzentriert, lösungsorientiert und systemisch) • klientenzentrierte Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers • lösungsorientierte Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg • Familientherapie nach Virginia Satir • Übungen in Rollenspielen anhand konkreter Fälle
Entwicklungsdiagnostik und -einschätzung im Kindergarten- und Vorschulalter Aufgaben, Grundlagen und Methoden der Entwicklungsbeobachtung und -beurteilung im Vorschulalter • Grenzsteine der Entwicklung und wesentliche Meilensteine der Entwicklung • Screenings und Testverfahren zur Früherkennung von Entwicklungsauffälligkeiten und zur Feststellung der Schulreife • standardisierte Verfahren in der Entwicklungsdiagnostik
Prävention von Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) Test- und Fördermöglichkeiten der phonologischen Bewusstheit im Übergangsbereich zwischen Kindergarten und Grundschule • Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (BISC) • Würzburger Trainingsprogramme "Hören, lauschen, lernen" und "Hören, lauschen, lernen 2" • Sprachförderung • Vorbeugung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
Prävention von Rechenschwäche (Dyskalkulie) Entstehung und Erscheinungsbilder von Rechenschwäche • Erkenntnisse der Neurowissenschaften • Bedeutung mathematischer Grunderfahrungen • Kennenlernen einer praxistauglichen Diagnostik • Förderung der grundlegenden mathematischen Vorläuferfähigkeiten in Kindergarten und Vorschule • Möglichkeiten der individuellen Förderung einzelner Kinder
Bewegungserziehung, Psychomotorik, Wahrnehmung Bewegung und Wahrnehmung im Kindergarten und in der Vorschule zur Förderung der motorischen, sensorischen, psychisch-emotionalen, sozialen und kognitiven Entwicklung • Einführung in die Psychomotorik in Theorie und Praxis • Methoden der Bewegungsbeobachtung • Videoanalysen
Hochbegabung bei Kindergarten- und Vorschulkindern Erkennen und Fördern von herausragenden Begabungen im Kindergarten- und Vorschulalter • Schaffung begabungsförderlicher Spiel- und Lernumgebungen • Vorstellung des Konzepts und der Arbeit einer Kindertagesstätte für Kinder mit besonderen Begabungen • Umsetzungsmöglichkeiten in die eigene Berufspraxis • Erweiterung des eigenen pädagogischen Handelns

Hinweis: Das Curriculum kann aus organisatorischen Gründen an den einzelnen Veranstaltungsorten variieren.

Dozentinnen und Dozenten

Alle Dozentinnen und Dozenten arbeiten im Bereich der frühen Förderung von Kindern:

  • Karl-Heinz Diestelmeier, Lehrer für Mathematik, Pädagogischer Berater (Lernwerkstätten), Integrativer Lerntherapeut
  • Alexandra Igel-Brée, Dipl.-Sozialpädagogin, Begabtenpädagogin, Fachkraft für integrative Erziehung, NLP-Practitioner
  • Claudia Hanken, Erziehungs- und Bildungswissenschaftlerin (B.A.), Fachberaterin für Kinderbetreuung und Elternberaterin
  • Ricarda Menke, Dipl.-Rehapädagogin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück
  • Dr. Petra Küspert, Dipl.-Psychologin, Integrative Lerntherapeutin in eigener Praxis, Entwicklerin von Förderprogrammen für den Vor- und Grundschulbereich, Autorin (u.a. "Hören, lauschen, lernen", "Neue Strategien gegen Legasthenie", "Wie Kinder besser rechnen lernen: Neue Strategien gegen Dyskalkulie")
  • Michaela Lamy, Dipl.-Motologin, Sonderschullehrerin
  • Dr. Thorsten Macha, Dipl.-Psychologe, Mitarbeiter im Bereich Konstruktion und Evaluation psychologischer Tests für das Kindesalter am Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen
  • Claudia Sellner, Systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin in eigener Praxis
  • Dr. Friedrich Voigt, Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut

Vorteile dieser Ausbildung

  • berufsverträgliche Seminarzeiten (Samstag/Sonntag)
  • leichte Umsetzbarkeit durch Praxisnähe der Seminarinhalte
  • qualifizierte, erfahrene Dozentinnen und Dozenten
  • Praxiswissen aus erster Hand
  • Lernen in interdisziplinärer Gruppe und damit Kennenlernen der Arbeitsansätze anderer Berufsgruppen
  • Qualitätskontrolle durch Teilnehmerbefragungen
  • Zahlung der Teilnahmegebühr in Teilbeträgen möglich
  • keine versteckten Kosten, z.B. Prüfungsgebühren
  • unbefristete Vergabe des Zertifikats "Frühförderin" / "Frühförderer"

Referenzen

Neben vielen Angestellten und Freiberuflern haben sich u.a. diese Institutionen für unsere Ausbildung zur Frühförderin / zum Frühförderer entschieden: Deutsches Rotes Kreuz, Bayerisches Rotes Kreuz, Lebenshilfe e.V., FIB's Familien in Begleitung - Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle gGmbH, Diakonie - Stiftung Sophienhaus Weimar (Interdisziplinäre Frühförderstelle), BSVV - Blinden- und Sehbehindertenverband Vorarlberg, ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) Sozialeinrichtungen (Hamburg) GmbH, Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim e.V., MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) für Kinder und Jugendliche GbR, Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg gGmbH, Iuvo gemeinnützige GmbH, jojovita - Die Kindertherapeuten GbR, Kinderhaus Zweistein gemeinnützige GmbH, AutHilde Diederich und Tödter GbR, VISION - "Hilfe zur Selbsthilfe" gemeinnützige UG (hb), Ev. Kindertagesstätte St. Pauli

Teilnehmerstimmen

"Die Nähe zu meinem beruflichen Alltag hat mich in der Zusatzausbildung zur Frühförderin ganz besonders angesprochen. Viele Inhalte und Anregungen habe ich gleich umsetzen können."
Kirsten N., Heilpädagogin und Kursleiterin für Vorschulkinder

"Von uns Erzieherinnen wird heute erwartet, dass wir die Kinder möglichst individuell fördern und spielerisch auf die Anforderungen der Schule vorbereiten. Mit dieser Ausbildung habe ich die dazu passenden Konzepte."
Yvonne H., Erzieherin

"Die Ausbildung zur Frühförderin beim IFLW hat mich noch weiter darin bestärkt, dass ich gerne mit Kindern arbeiten möchte, die besondere Probleme im Lesen und/oder Rechtschreiben haben. Dieses möchte ich jedoch nicht nur im schulischen Bereich verfolgen, sondern schon früher ansetzen - auf dem Gebiet der Frühförderung, Früherkennung und Prävention, damit Kinder durch gezielte Förderung von größeren Schwierigkeiten im späteren Schulalltag möglichst verschont bleiben."

Sonja D., Dipl.-Sozialpädagogin (FH)

Zertifizierter Abschluss

Das repräsentative, gedruckte Zertifikat belegt, dass Sie Ihr erworbenes Wissen erfolgreich in der Praxis anwenden können. Mündliche oder schriftliche Prüfungen finden nicht statt. Für die Vergabe des Zertifikats "Frühförderin" bzw. "Frühförderer" sind erforderlich:

  • Teilnahme an den Blockseminaren
  • Anfertigung einer Abschlussarbeit im Umfang von mindestens 15 Seiten zu einem der sechs Themenbereiche der Ausbildung. Dieser selbst gewählte Schwerpunkt wird in Ihrem Ausbildungsnachweis gesondert hervorgehoben. Für die Abschlussarbeit gibt es keine Abgabefrist.

Häufig gestellte Fragen

1. Was ist Frühförderung?

Frühförderung umfasst die Arbeit mit körperlich, geistig oder seelisch entwicklungsverzögerten bzw. behinderten Kindern und die pädagogische Arbeit mit Kindern ohne Behinderungen, z.B. im Bereich der Anbahnung von Vorläuferfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens. mehr...

2. Seit wann findet die Ausbildung zur Frühförderin / zum Frühförderer statt?

Die Zusatzausbildung zur Frühförderin bzw. zum Frühförderer findet seit 2008 statt. Die bisherigen Teilnehmer/innen stammen aus ganz Deutschland, Österreich, Slowenien und den Niederlanden.

Teilnahmegebühr

Die Teilnahmegebühr beträgt insgesamt 2360 Euro, zahlbar als Gesamtbetrag vorab oder ab Ausbildungsbeginn jeweils zum 1. eines Monats in 8 Teilbeträgen à 295 Euro. Die Teilnahmegebühr ist umsatzsteuerfrei.

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob eine Kostenübernahme möglich ist. Fortbildungskosten können grundsätzlich als Werbungskosten einschließlich Fahrtkosten zum Unterrichtsort, Verpflegungsmehraufwand und Kosten der Unterbringung (z.B. Hotelkosten) von der Einkommenssteuer abgesetzt werden.

Ereignisse wie Krankheit, Unfall oder andere unerwünschte Vorkommnisse können unvorhergesehen eintreten und Ihre Teilnahme unmöglich machen. Wir empfehlen deshalb den Abschluss einer Seminarrücktrittsversicherung. Im Internet finden Sie zahlreiche entsprechende Angebote. Wir bitten um Verständnis, dass wir diese Versicherungen nicht vermitteln können.

Fördermöglichkeiten

Für diese Fortbildung nehmen wir den Bildungsscheck NRW und den Prämiengutschein an. Bitte legen Sie das Dokument Ihrer Anmeldung im Original bei. Ein Nachreichen von Förderunterlagen ist nicht möglich.

Gemäß der verbindlichen Förderrichtlinie darf der Prämiengutschein nur für Fortbildungen genutzt werden, die berufsspezifische Kenntnisse vermitteln. Maßgebend dafür ist Ihr Berufsabschluss. Weiterhin darf der Prämiengutschein nicht für Fortbildungen genutzt werden, die der Erfüllung einer regelmäßigen, nachweislichen Fortbildungsverpflichtung dienen, sofern der Arbeitgeber zur Finanzierung der Fortbildung verpflichtet ist.

Anmeldung

Schicken Sie uns das ausgefüllte und unterschriebene Anmeldeformular (PDF) per Post, Fax oder eingescannt per E-Mail. Sie erhalten dann die Einladung und die Rechnung per E-Mail. Bei kurzfristiger Anmeldung muss der Nachweis über die geleistete Zahlung spätestens einen Tag vor Kursbeginn erbracht werden. Den genauen Veranstaltungsort teilen wir Ihnen in der Einladung mit.